Archiv für Dezember 2015

MUSIKALISCHER JAHRESRÜCKBLICK 2015

Aloha!!

Ich hatte ein sehr schönes und erfolgreiches Jahr mit meiner kleinen Punk-Band NO°RD, und da bin ich sehr dankbar für. Hier seht ihr mich und meine Freunde auf Tour:

Haha, Spaß, wir tragen gar keine Lederjacken, und außerdem sind wir zu fünft! Super Video und Lied, das Album „Heinz“ ist aber eher so mittel, obwohl „Heinz“ ja ein guter Name ist, z.B. heißt mein Idol Heinz Strunk ja auch Heinz! Na ja. Freut ihr euch? Ja? Schön. Ich mich auch! Also, manchmal zumindest. Das war dieses Jahr nicht immer so! Jetzt funktioniert es wieder einigermaßen. Sechzehn gute Gründe dafür findet ihr in der folgenden Liste:

Black Tower – The Secret Fire

Nicht nur das Album des Jahres, sondern des Jahrzehnts und überhaupt von allem. Drei Punk-, Metal- und Tolkien-Nerds aus Kanada spielen 80er-Power-Metal. Es ist das beste Album, das jemals aus diesem Genre gekommen ist, und, wie gesagt, das beste Album aller Zeiten. Vor kurzem saß ich mit einer Dose „5,0″ am Hals und „The Secret Fire“ auf den Ohren im Regionalzug und weinte vor Glück (fast). UN-GLAUB-LICH GEIL!

mewithoutYou – Pale Horses

Ein sehr originelles, hartes, düsteres Album von mewithoutYou, eines, das man ein paar mal hören muss, um es dann ca. 100mal hören zu müssen. Extrem hohe Langzeitwirkung, sowohl traurig als auch hoffnungsvoll, unkommerziell, künstlerisch wertvoll, wirkt sogar bei Depression: ICH EMPFEHLE ES!

Stick in the Wheel – From Here

Englischer Folk aus den Kneipen Ost-Londons. Die Sängerin hat so eine geil angepisste Stimme. Ich war ein paar mal in London dieses Jahr. Schön da!

We The Heathens – Regicide

Rein akustischer Crust Folk Punk mit Texten übers Trinken, Dreckigsein, die Verkommenheit bürgerlichen Lebens und darüber, dass Mutter Natur bitte endlich mal gewinnen soll gegen die bösen Menschen. Ich fühle es! Natürlich finde ich es teilweise inhaltlich nicht so gut, aber oh, wie ich es fühle! (Gratis oder gegen Spende auf ihrer Bandcamp-Seite unbedingt runterzuladen! Gerne hätte ich auch „Let it fall“, die Solo-EP von einem der Heathens verlinkt, aber er hat sie runtergenommen. Schade.)

Myrkur – M

Ein Album voller Glück, Wäldern und Elfen, als wäre man wieder in den 90ern und lauschte irgendeiner x-beliebigen lieblichen Stimme abwechselnd mit wildem Gekeife. Herrlich!

Tocotronic – Das Rote Album

Tocotronic ist mit diesem Werk ein wunderschönes und sehr ungewöhnliches Album über die Liebe gelungen. Trotz der hohen Zuckrigkeit wollte ich es immer wieder hören. Oder gerade deswegen! Gibt es eigentlich noch eine Happy-Rave-Szene? Ich würde sie mal auschecken. Dirk von Lotzow hätte bestimmt nichts dagegen!

Love A – Jagd & Hund

Love A traten dieses Jahr beim KAZ Open Air in Herne auf, vor den üblichen 50-100 Zuschauern, und sie gaben alles. Das war ein perfekter, unbeschwerter Tag, einer der wenigen in diesem Jahr, und sie hatten maßgeblichen Anteil daran. „Jagd & Hund“ geht zwar den Weg alles Irdischen (also Richtung Rollstuhl), aber das macht nichts, denn im Herzen ist es schon noch ganz schön asozial.

Freiburg – Brief & Siegel

Man kann natürlich auch den Weg alles Himmlischen gehen und immer HÄRTER werden. Freiburg kommen aus so niedlichen Orten wie Harsewinkel, Gütersloh und London, UM ALLES ZU ZERSTÖREN. Dabei sind sie meganice Dudes, die ich ins Herz geschlossen habe. NO°RD durften schon zweimal mit ihnen zusammen ran! Geil. Kann nächstes Jahr nur NOCH geiler werden. Mit „Brief & Siegel“ hatte ich anfangs so meine Probleme, weil ich den Vorgänger „Aufbruch“ so liebe, vermutlich gerade wegen dessen schlechtem Sound. Aber das neue ist nach ein paar Durchläufen auch top. Der absolute Über-Hit ist „Sommer, Roggen & Er“, das Video gibt einen guten Eindruck von der Niceigkeit der Herren:

Franz Nicolay – To us, the Beautiful

Franz Nicolay hat es schon wieder getan: tolles Album, beschissenes Cover. Was ist da bloß los? Na ja, egal. Der Fö hat ihn dieses Jahr nach Dortmund geholt, und dort HABE ICH MIT IHM GESPROCHEN. Das war sehr schön. „To us, the Beautiful“ ist für meinen Geschmack zuviel Rock und zuwenig Folk, aber was tolles und besonderes ist es allemal.

Zugezogen Maskulin – Alles brennt

Ich bin kein Fan von Kritik an Hipstern (billig) und Hip Hop (keine Gitarren), deshalb habe ich „Alles brennt“ lange ignoriert. Erst „Plattenbau O.S.T.“ eröffnete mir den Zugang zu diesem Kleinod deutschen politischen Liedermachertums, da es mein Bedürfnis nach Pathos und Melodie befriedigt. Danach empfand ich auch den Rest als sehr gewinnbringend, z.B. als (ohren-)betäubenden Soundtrack für einen hasserfüllten Stadtbummel. Toll!

Blackbird Raum – Destroying

„False Weavers“ war vor zwei Jahren von Januar an schon unangefochten mein Album des Jahres, da konnte „Destroying“ natürlich nur gegen verlieren. Und das, obwohl meine Lieblinge von der Irish-Folk-Band Lynched hier mitgewirkt haben. Leider stinken aber sowohl Produktion (irgendwie zu dünn) als auch Songs (irgendwie zu, na ja, vertrackt) gegenüber „False Weavers“ tatsächlich ab. Und ich habe es leider nicht geschafft, ein Konzert der Europa-Tour zu besuchen.

Jeff Rosenstock – We Cool?

Ein Indie/Punk-Konzeptalbum über Depression, sehr ehrlich, sehr wahr, sehr lebensfroh und voller Ohrwürmer. Video und Text zu „Nausea“ könnten es nicht besser ausdrücken:

K.I.Z. – Hurra, die Welt geht unter

Auch bei K.I.Z. habe ich das Gefühl, dass das politische Liedermachertum mittlerweile im Hip-Hop eine neue (und gute) Heimat gefunden hat. „Hurra, die Welt geht unter“ ist voller trauriger Geschichten und Hass und Wut auf den Kapitalismus, es ist eine große Freude. Man verzeiht ihnen sogar den schlagerhaften Titelsong, der auf dem Album aber sogar ganz gut kommt, denn davor kommt „Was würde Manny Marc tun?“, das in die Geschichte eingehen wird, als was auch immer, und zusammen ist das wirklich großartig und würde den Genossen Franz-Josef Degenhardt, durch dessen Katalog ich mich in diesem Jahr endlich mal intensiv durchgearbeitet habe, wohl sehr glücklich machen. Außerdem mag ich Schlager ja eh.

Mischief Brew – This Is Not For Children

Die Alben für Kinder gefielen mir besser! Erik Petersen hat wirklich einen passenden Titel gefunden, denn das neue Mischief-Brew-Album klingt sehr rockig und erwachsen, gar nicht mehr so folkig und verspielt wie mein All-Time-Favourite „Smash The Windows“. Es ist natürlich trotzdem ein prima Album!

Jottnar – Burn & Bury

Sehr schöne EP mit Demo-Charakter. Black Metal aus der Hardcore-Ecke ist ja eigentlich nicht so meins, aber diese Engländer haben irgendwas, was mich immer wieder auf play hat klicken lassen.

Ein gutes Pferd – Robotertauben

Jetzt hätte ich beinahe Ein gutes Pferd vergessen. Scheiße. „Robotertauben“ ist eine großartige Platte (vor allem das letzte Lied mit dem geilen Dackelblut-Einfluss), und wir haben drei wunderbare Konzerte mit ihnen zusammen gespielt. Ich konnte nicht immer mit soviel Zuneigung angemessen umgehen, aber ich habe es versucht, und ich übe ja auch noch! Bis demnächst!

Hoffentlich erscheint 2016 dann auch mal unser Album. Es fehlt immer noch ein Titel!

Nachträge:
Arcturus – The Arcturian Sign
Grift – Syner
Gloryhammer – Space 1992